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Einfach mal nein sagen

Welche Konsequenzen hat ein Nein wirklich?

Manchmal hat ein "Nein" weitreichende Konsequenzen. Denken Sie an alle Hollywood-Filme, bei denen die Braut auf die entscheidende Frage mit tränenumflortem Blick ein "Nein!" haucht. Oder ein "Nein", das ein junges Mädchen ihrem angetrunkenen Freund auf die Frage "Soll ich dich nach Hause bringen?" sagt, und das über Leben und Tod entscheiden kann.Aber auch Zusagen zu Kleinigkeiten können großen Einfluss haben - auf den weiteren Tagesverlauf, die Gestaltung des Wochenendes, und oft genug einfach auf unser persönliches Befinden und Wohlgefühl. Doch egal, wie wichtig die Situation ist, ob die Entscheidung zwischen Ja oder Nein sich auf Ihr weiteres Leben auswirken wird oder es nur darum geht, am Samstag wie geplant ausschlafen zu können, es ist nie einfach, einfach nein zu sagen.Wie also sagen Sie am besten nein? Und zwar so, dass es für Ihr Gegenüber unmissverständlich ist?Wichtig ist, wie schon im einleitenden Artikel Sind Sie ein Jasager? erwähnt, unabhängig von der Situation eine klare Haltung. Sie müssen selbst ganz überzeugt davon sein, dass sie wirklich nicht wollen. Unsicherheit und Zögern äußern sich in Ihrer Körpersprache, also: Kopf hoch, Kinn und Brust raus, klarer Blick in die Augen und ein sicheres und freundliches Lächeln.Lassen Sie uns einige typische Szenarien durchspielen:Szenario A: Jemand bittet Sie um Hilfe, Übernahme einiger Aufgaben, Mitwirken bei einem Projekt oder einer Veranstaltung.Sind Sie total überrumpelt? Dann antworten Sie:"Kannst du mich später noch mal fragen? (Ich muss erst in meinen Kalender gucken/mit meinem Partner darüber sprechen ...)"Das gibt Ihnen wenigstens etwas Aufschub, um sich darüber klar zu werden, ob Sie mitmachen wollen oder nicht. Ebenso wie ein lapidares:"Das kann ich jetzt noch nicht entscheiden."Sie wissen schon, dass Sie auf keinen Fall an Bord sind? Dann kann Ihre Antwort lauten:"Lieb, dass du an mich denkst/dass Sie mich dabei haben wollen. Aber ich habe im Moment keine Kapazitäten mehr frei."Oder:"Das geht leider zur Zeit nicht. Ich müsste dann andere Dinge vernachlässigen, die mir sehr wichtig sind."(Sie meinen, das klingt egoistisch? Dann denken Sie daran: Ihr Gegenüber hat sie gefragt - und eine Frage oder Bitte dürfen Sie getrost ablehnen.)Sie können die Antwort auch umformulieren:"Das geht leider zur Zeit nicht. Ich habe viel um die Ohren, und wenn ich bei ... mitmache, (oder "... XY auch noch übernehme, ...) beeinträchtigt das die Qualität meiner Leistung (in allen Bereichen)."Und das kann doch wirklich niemand wollen, oder?Szenario B: Jemand, der Ihnen nicht besonders liegt, fragt Sie, ob Sie etwas gemeinsam unternehmen wollen. (Mittagspause beim Italiener, abends nach der Arbeit noch in den Biergarten, ...).Sie sagen:"Nett, dass du fragst. Aber das passt gerade überhaupt nicht."Damit 'riskieren' Sie natürlich, dass Sie in ein paar Tagen wieder gefragt werden. Eine deutlichere Absage erteilen Sie mit:"Nein, das möchte ich nicht. Aber danke fürs Fragen."Unangenehme Zeitgenossen werden vielleicht nach dem Warum fragen, aber auch hier gilt: Sie sind keine Rechenschaft schuldig. Lächeln, Schulterzucken, weiterarbeiten. Bei ganz penetranten Zeitgenossen hilft irgendwann einfach nur noch die Wahrheit. Mit der fahren Sie sowieso in der Regel sehr gut. Zwar hat der Fragesteller erst einmal etwas zu schlucken, aber wird dann Ihre Entscheidung schnell akzeptieren - und Sie für Ihre Ehrlichkeit respektieren. Bei einem sehr 'anhänglichen' Arbeitskollegen können Sie zum Beispiel sagen:"Lieb, dass du mich immer wieder fragst. Aber ich möchte meine Mittagspause lieber mit XY verbringen."Oder:"Sie haben mich das jetzt schon öfter gefragt. Ich möchte aber nach der Arbeit nicht mit Ihnen weggehen, sondern meine knape Freizeit lieber mit meiner Familie/meinen Freunden/ganz für mich verbringen."
In vielen, sogar fast allen Situationen kommen Sie mit Ihren wahren Beweggründen sehr weit. Und verhindern, dass Sie sich verhaspeln, unter Druck gesetzt werden oder Lügengebilde aufbauen müssen. Nichts ist peinlicher, als wenn Sie Ihrem Kollegen nachmittags noch gesagt haben: "Tut mir Leid, aber ich unternehme prinzipiell nichts Privates mit meinen Arbeitskollegen." und am Abend stehen Sie sich plötzlich in einer Kneipe gegenüber - die Sie nach der Arbeit mit Ihren Lieblingskollegen besuchen. 
Dieser Tipp ist übrigens aus dem vollen Leben gegriffen, denn genau diese Situation hatte ich bei einer Arbeitsstelle. Irgendwann hatte ich die Nase voll und habe - nach mehreren fadenscheinigen Ausreden - tief Luft geholt und gesagt, dass ich abends lieber Zeit mit meinem Mann verbringen möchte. Meine Kollegin stutzte, schluckte und sagte: "Wow, das war ehrlich. Aber das finde ich gut. Und wenn du doch mal mit uns was machen möchtest, sag Bescheid." Und damit hatte die leidige Suche nach Ausflüchten ein Ende.Probieren Sie es doch einfach mal bei nächster Gelegenheit aus. Und hinterlassen Sie einen Kommentar, wie es geklappt hat. Ich bin gespannt.
WortParade Dorothee Bluhm
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