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Facebook-Wettbewerb: Annabells Geschichte

https://wortparade.de/sites/default/files/pictures/anabell.jpg(c) Timo GroßmannAnnabell hatte alles genau geplant: Eine Woche in dem kleinen Ferienhaus im 300-Seelen-Dorf, das keine Abwechslung bot. Umgeben nur von einem großen, verwilderten Grundstück, die Straße hinter dem Gartentor führte ins Nichts. Hier hatte sie die Ruhe, die sie brauchte, denn die Deadline für ihren neuen Thriller war am Montag. Bisher hatte sie viele Ideen, doch fehlte der rote Faden. So langsam bekam sie Fracksausen, wenn sie an ihren wütenden Verleger dachte.Annabell war zwar die Meisterin der Prokrastination, doch mittlerweile sah selbst sie ein, dass ihr Trödeln nicht mehr normal war. Hinter ihrer Unfähigkeit, die vorhandenen Teile zu einem spannenden Ganzen zusammenzusetzen, musste etwas Tiefergehendes stecken. Sie ahnte, dass das etwas mit ihrem Leben im hektischen Berlin und vor allem an der Situation mit Robert zu tun hatte. Seit Monaten schlichen sie nur noch umeinander herum, keiner wagte es, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Und so war ihre nach außen hin glückliche Beziehung genau das, was Robert immer von der Mondlandung der Amerikaner behauptete – ein Theaterstück.Also hatte Annabell kurzerhand dieses verwunschene Häuschen gemietet, dessen Vorteil nicht nur die absolute Einsamkeit, sondern auch funktionierendes WLAN war, und ihre Notizen sowie ihr Notebook eingepackt, hatte sich mit genügend Vorräten eingedeckt und war losgefahren.Allerdings wich die Vorfreude auf eine ruhige Woche direkt bei ihrer Ankunft erst einmal absolutem Frust: So niedlich das Hexenhäuschen von außen wirkte, so sehr enttäuschte das Innere. Es war ungelüftet und stickig, der Ofen war verschmiert, und der Geruch brachte sie zum Würgen. Schnell sah sie die Quelle des Gestanks: In einem verrosteten Eiskübel lag eine tote Ratte, und sie beförderte angeekelt beides hinaus. Die nächste Stunde verbrachte sie damit, gründlich zu fegen, zu putzen, und die Schränke in der Küche auszuräumen. Hier fand sich so einiges, das die Vormieter wohl zurückgelassen hatten, unter anderem ein verschimmeltes Honigbrot und ein knochentrockener Dambedei. Annabell hatte zwischenzeitlich das Gefühl, als ob jemand unbefugt im Haus gewohnt hätte, denn auch in den übrigen Räumen zeigten sich merkwürdige Spuren. So fand sie im Wohnzimmer halb hinter der Couch einen Jahresbericht, in dem ein Eselsohr eine bestimmte Seite markierte. Dort war eine größere Summe eingekreist, aber da Annabell sich mit Buchhaltung in jeglicher Form überhaupt nicht auskannte, warf sie ihn zu den anderen Sachen. Dabei fiel ihr eine auffällige Visitenkarte vor die Füße, die in pinker Schrift die merkwürdigen Worte seo-nerd zierte. Schulterzuckend hob Annabell die Karte auf und steckte sie ohne nachzudenken in ihre Jeanstasche.Endlich war sie fertig und begann, ihre wenigen Habseligkeiten auszuräumen. Sie beschloss, nicht die steile Holztreppe zum Schlafzimmer hinaufzusteigen, sondern das Wohnzimmer zu ihrem Schlafraum zu machen, denn das Ausziehsofa sah bequem aus. So holte sie noch ihre Geige und den Notenständer aus ihrer Tasche und baute ihn auf, legte ihre paar Klamotten in das Wohnzimmerregal und hängte ihre Kulturtasche an einen Haken im Badezimmer. Fertig.Eigentlich bezweifelte sie, dass sie ihre Geige überhaupt aus dem Kasten holen würde, aber manchmal entspannte sie das Geigenspiel und brachte ihren Gedankenfluss wieder in Gang. Allerdings machte sie das Glissando an dieser einen Stelle völlig wahnsinnig und ihre Finger gehorchten ihr einfach nicht. Robert hatte immer sehr entnervt geseufzt, wenn sie in ihrer kleinen Wohnung zur Geige gegriffen hatte, er konnte Streichmusik überhaupt nichts abgewinnen und trommelte bereits nach kurzer Zeit ungeduldig mit den Fingern auf die Armlehne, so dass sie ihr Spiel meist schnell abbrach. Merkwürdig, wie sehr sie sich diesem Mann untergeordnet hatte. Aber sie wollte jetzt nicht an Robert denken. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es schon später war, als sie vermutet hatte, und auch ihr Magen knurrte beträchtlich. Vor ihrem Fenster stand eine alte Holzbank unter einem knorrigen Apfelbaum. Kurzentschlossen fabrizierte sie aus den extra mitgebrachten Zutaten eine große Schale Spundekäs (auch etwas, das Robert nicht ausstehen konnte), schnitt frisches Baguette auf und goss sich ein Glas Riesling ein. Annabell balancierte alles nach draußen und setzte sich in die bereits tiefer stehende Augustsonne.Um sie herum war absolute Stille, was sie sehr ungewohnt fand. Kein Autolärm, keine S-Bahn, kein Flugzeug. Ab und an bellte in der Ferne ein Hund, ansonsten hörte man nur die Grillen zirpen. Langsam merkte Annabell, wie sie sich entspannte. Sie hielt ihr Gesicht in die Sonne, dippte ihr Brot in den Spundekäs und kaute genüsslich. Zum ersten Mal seit Monaten fühlte sie sich völlig schwerelos, tiefenentspannt und … wie war noch mal dieses schöne alte Wort? Gebenedeit. Gesegnet, das war sie in diesem Moment, und unbewusst begann sie, das Ave Maria vor sich hin zu summen, bis sie langsam eindöste.Hinter ihr raschelte es im dichten Gebüsch und Annabell zuckte zusammen, als sie etwas an ihrem Bein spürte. Hektisch blinzelte sie unter den Tisch, versuchte, den Schatten zu durchdringen. Dann lachte sie, als zwei grüne Augen sie anstarrten und ein unmissverständliches Schnurren an ihr Ohr drang: Was für eine niedliche Katze! Da war sie ja die nächsten Tage doch nicht ganz allein. Jetzt erst registrierte sie, dass die Sonne schon hinter den Baumwipfeln verschwunden war. Aber es zog sie immer noch nicht ins Haus oder an den Schreibtisch, also beschloss Annabell, die Gegend ein wenig zu erkunden. Im verwilderten Garten erkannte sie im Dämmerlicht einen Trampelpfad, dem sie folgte. Am Ende führte ein Gartentor auf einen Feldweg. Mit ihrem Glas Wein in der Hand ging sie barfuß den Feldweg entlang, der nach einer Kurve überraschend in einen Sandstrand überging. Sie stand in einer kleinen Bucht an einem spiegelglatten See, rundherum von Büschen und Bäumen umstanden. Annabell beobachtete das Spiel der langsam untergehenden Sonne auf dem Wasser und fühlte sich, wie im Urlaub. Niemand, der etwas von ihr wollte, kein Druck, kein Stress, sie war vollkommen frei. Bisher kannte sie dieses Gefühl nur, wenn sie in die Berge zum Wandern gefahren war und irgendwann weit oben auf einem Gipfel stand, rundherum nur endlose Bergkuppen, Almen und vereinzelte Hütten. Dort hatte sie auch diesen Frieden verspürt. Doch das war schon zu lange her, denn die letzten Male war sie mit Robert weggefahren, der sie mit seinen Wanderkarten, GPS-Geräten und seiner Pulsuhr wahnsinnig gemacht hatte und jede beschauliche Wanderung in ein sportliches Event verwandeln musste. Warum war ihr nie bewusst geworden, wie unterschiedlich sie eigentlich waren? Kopfschüttelnd begann sie, den Strand entlang zu gehen und gelangte in den Schatten der Bäume. Ihre Schritte im Sand machten kein Geräusch, ihr Glas hatte sie schon längst auf einem Stein abgestellt. Auf einmal hörte sie Satzfetzen und aus einem Instinkt heraus hockte sie sich neben einen Baumstamm, verschmolz mit den Schatten.Zwei Männer traten auf der anderen Seite des kleinen Sees aus dem Wald heraus und gingen am Ufer entlang in ihre Richtung. Jetzt erst sah sie, dass halb im Wald, ca. 200 m zu ihrer Linken, ein alter Bus geparkt war; so ein ehemaliger Postbus, den jemand zu einem Camper umgebaut hatte. Davor war eine Feuerstelle, und auch sonst wiesen alle Zeichen darauf hin, dass jemand dort schon länger sein Lager aufgeschlagen hatte. Annabell besah sich die beiden Männer, die nun zu dieser Lagerstätte gingen, genauer. Der eine sah aus wie ein typischer Geschäftsmann, er trug einen Anzug und ging mit seinen teuren Lederschuhen über den Sandstrand, als wäre es eine normale Straße. Sogar einen Aktenkoffer hatte er dabei, wie merkwürdig. Genau konnte Annabell es nicht festmachen, aber irgendetwas an seiner Art zu gehen kam ihr vage bekannt vor.Der andere Typ hatte die breiten Schultern von jemandem, der regelmäßig mit Hanteln umgeht; hellblondes Haar und sein sonnengebräunter Teint verrieten, dass er nicht viel am Schreibtisch hockte. Ein merkwürdiges Paar gaben die beiden ab. Ihre Unterhaltung war sehr angespannt, Annabell hörte Satzfetzen wie „einmalige Chance … Immomento Immobilienportal … wissen gar nicht, was Sie da auslösen ...“ und konnte sich keinen Reim darauf machen.Beide Männer gingen zum Bus und setzen sich auf zwei Campingstühle. Der durchtrainierte Typ holte Getränke aus dem Bus, leicht angewidert sah Annabell die Dose Red Bull, die er mit einigen Schlucken leerte. Auch der Geschäftsmann winkte dankend ab und verzichtete, da es anscheinend keine weiteren Getränke im Angebot gab, auf eine Erfrischung.Leise schlich sich Annabell weiter an den Camper heran, sehr darauf bedacht, keinen Ast zu knicken und nicht aus dem Schutz der Dunkelheit im Wald zu geraten. Endlich war sie nah genug, um die Unterhaltung verstehen zu können: „Ich sage es Ihnen zum letzten Mal: Sie wissen überhaupt nicht, was Sie mit dem Launch dieses Immobilienportals ausgelöst haben. Sie bringen den gesamten Markt durcheinander. Haben Sie eine Vorstellung davon, wie viele Existenzen davon abhängen?“, feuerte der Geschäftsmann eine erregte Kanonade ab. Der Bullibesitzer ließ sich gar nicht aus der Ruhe bringen und lächelte nur: „Genau das ist ja unser Vorhaben. Zurück zu den Wurzeln, den aufgeblasenen Wasserkopf reduzieren, Unnötiges entfernen.“Der Geschäftsmann sprang auf und starrte auf seinen Gesprächspartner herunter: „Wissen Sie, wie lange ich mir meine Firma aufgebaut habe? Wie viele Makler für mich arbeiten? Haben Sie meinen letzten Jahresüberschuss gesehen? Meine Firma ist eine Goldgrube. Und Sie gefährden das alles, sind Sie wahnsinnig? Mein Angebot steht: Sie bekommen von mir 5 Millionen Euro und treten mir alle Lizenzen und Verträge ab. Seien Sie nicht dumm, Mann, so ein Angebot bekommen Sie nie wieder!“Der Bodybuilder-Typ zerdrückte gedankenvoll die leere Dose und sagte: „Sie wissen ja, dass ich im Team arbeite. Ich alleine kann das ohnehin nicht entscheiden. Und was den Preis betrifft – 20 Milliarden wären wohl eher angemessen, oder?“, und dann lächelte er, wie über einen guten Witz.Der Geschäftsmann wurde blass. „20 MILLIARDEN? Sind Sie jetzt total durchgedreht?“. Er drehte sich herum, fuhr sich durch die Haare und ging ein paar Schritte auf das Wasser zu. Währenddessen stieg der andere Mann in den Bulli hinein und man hörte ihn rumoren. Nun sah Annabell auch, dass auf der Seite des Bullis ein Schriftzug zu sehen war, der ihr bekannt vorkam. Aber natürlich, das war das Logo von der Visitenkarte, die sie im Haus gefunden hatte. Annabell zog leise die Karte aus der Jeanstasche und verglich die Schrift: Ja, das war es – seo-nerd. Abgelenkt hatte Annabell nicht mitbekommen, dass der Geschäftsmann sich mit einem fiesen Lächeln wieder dem Bulli zugewendet hatte, aus dem der seo-nerd gerade mit einer weiteren Dose Red Bull herauskam. „Ihr Team, sagen Sie? Wo ist denn Ihr tolles Team, wenn ich fragen darf – eigentlich müssten Sie doch den erfolgreichen Start des Immobilienportals gemeinsam feiern?“„Die sind zusammen im Allgäu, auf einer Hütte. Wir hatten von einem Bekannten einen Hubschrauber-Rundflug geschenkt bekommen, das ist allerdings nicht so mein Ding. Morgen Abend kommen aber alle her und dann feiern wir hier zusammen.“„Ach ja?“, fragte der Geschäftsmann süffisant, während er etwas aus seinem Aktenkoffer holte. „Tja, allerdings fürchte ich, dass der Hubschrauberpilot so einige Schwierigkeiten haben wird, so ganz ohne Taumelscheibe.“Der seo-nerd sprang auf: „Was? Was ist … woher wissen Sie … ich verstehe nicht.“„Nun, sagen wir mal so: Ich hatte schon damit gerechnet, dass Sie und Ihre Weltverbesserer-Freunde nicht an Geld interessiert sind und ich Sie nicht überzeugen kann. Daher wird es leider, leider so sein, dass die aufstrebenden Jungunternehmer auf tragische Weise bei einem Betriebsausflug durch einen Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen sind. Wieder einer dieser sinnlosen Unfälle ...“Annabell hielt sich die Hand vor den Mund, um einen Schrei zu unterdrücken. Das war kaltblütiger Mord. Was sollte sie jetzt tun? Dieser Mann war wahnsinnig. Sie musste hier weg, aber wie?Der seo-nerd starrte fassungslos auf sein Gegenüber. „Sie … Sie … oh mein Gott, ich muss telefonieren, ich muss weg, ich ...“„Sie müssen gar nichts!“ zischte der andere, und ein sattes Klicken ließ den seo-nerd in der Bewegung erstarren. Auch Annabell wusste, was das Geräusch war und biss sich auf die Fingerknöchel, als ein schallgedämpfter Schuss ertönte und der junge, durchtrainierte Mann tot zusammenbrach. Mit fiesem Lachen betrat der Geschäftsmann den Bulli und öffnete Reißverschlüsse und Schränke.Annabell zitterte am ganzen Körper. Langsam stand sie auf, unerträgliche Nadelstiche zeigten ihr an, dass beide Beine eingeschlafen waren. Humpelnd machte sie sich auf den Rückzug, sie musste weg, so schnell es ging, bevor dieser eiskalte Killer merkte, dass es eine Augenzeugin gegeben hatte. Mittlerweile war es im Wald stockfinster, aber sie traute sich nicht auf den Strand, wollte kein Ziel abgeben. So leise wie möglich tastete sie sich vor, bis sie auf einmal stolperte, während eine Art Schrei ertönte. Wie kam denn das Katzenvieh hierher? Schon sah sie im Türrahmen des Bullis die Gestalt des Mörders auftauchen, er schrie: „Halt, stehenbleiben!“, aber Annabell rannte los, wie sie noch nie gerannt war in ihrem Leben. Ab und an hörte sie gedämpfte Schüsse, deren Kugeln rechts und links neben ihr in Bäume schlugen oder davon abprallten, während sie einfach nur weiter rannte. Über das kleine Strandstück, den Feldweg entlang, sie wusste nicht, ob ihre eigenen Schritte in ihren Ohren klangen oder es seine Schritte waren. Die Steine vom Feldweg schlitzten ihre Fußsohlen auf, da sah sie das Gartentor, schnell, ins Haus, schnell den Autoschlüssel holen, doch während sie die zwei Stufen zur Hintertür hoch rannte, riss sie plötzlich jemand an ihren Haaren zurück und sie schrie auf. Er hatte sie gepackt und zerrte an ihr, während sie versuchte, ins Haus zu kommen. Sie kämpften, und die Todesangst verlieh Annabell erstaunliche Kräfte. Sie riss sich los, der Schmerz ließ Tränen in ihre Augen schießen, und floh ins Wohnzimmer, wo sie sich hektisch nach dem Schlüssel umsah. „Entpann dich, Kleines.“ hörte sie plötzlich hinter sich, und sie dachte, sie wäre nun verrückt geworden: das war Roberts Stimme. Fassungslos drehte sie sich um, sah zuerst den dicken Schalldämpfer, dann hoch in ein ihr fremdes Gesicht. Langsam fasste der Geschäftsmann unter sein Kinn und zog mit einer gleichmäßigen Bewegung die Gummimaske ab, unter der ein vertrautes Gesicht zum Vorschein kam. „Robert“, keuchte Annabell. „Ich verstehe nicht ...“„Ist auch nicht mehr wichtig für dich, Kleines. Ich bin auf ein Startup-Unternehmen gestoßen, dessen Gründer sich überhaupt nicht klar darüber waren, was ihre Geschäftsidee für Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben würde. Und ich konnte nicht zulassen, dass sie das, was ich mir aufgebaut habe, ruinieren. Leider ließen sie nicht mit sich reden. Und du warst wirklich zur völlig falschen Zeit am falschen Ort. Sorry, Baby.“Wie gelähmt sah Annabell, wie Robert ungerührt den Zeigefinger krümmte, machte sich gefasst auf den Schmerz. Doch nichts passierte. Robert fluchte, und Annabell packte blitzschnell den nächstbesten Gegenstand, der ihr in die Hände fiel. Mit sattem Geräusch traf Robert der Geigenkasten an der Schläfe, er taumelte, fiel und schlug seitwärts mit den Kopf auf den Kaminsims auf. Annabell hätte das laute Knacken nicht gebraucht, sie wusste auch so, dass er sich beim Aufprall das Genick gebrochen hatte. Zitternd stellte sie ihren Geigenkasten wieder weg.Draußen war und blieb alles still und dunkel, nur ein Käuzchen rief melancholisch.Annabell zog und zerrte Robert durch den Flur, durch die Haustür und nach draußen ins Gras. Sie löste den Sicherungsbolzen am gegenüberliegenden Schuppen und spähte hinein. Da, ein altmodischer, großer Bollerwagen, genau richtig. Mit letzter Kraft wuchtete sie Robert hinein, deckte ihn mit einer Plane ab, und schob den Wagen ganz hinten in die Ecke. Später würde sie ihn mit dem Wagen zum See karren und dort abladen. Und während sie den verrosteten Sicherungsbolzen wieder an Ort und Stelle brachte, begann eine Idee in ihrem Kopf Form anzunehmen. Schnell eilte sie ins Haus zurück, holte sich den restlichen Riesling aus dem Kühlschrank, stellte ihr Notebook auf den Küchentisch und setzte sich. Sie würde den Rest der Woche durchschreiben, aber ihr neuer Krimi würde ein Bestseller, das wusste sie jetzt schon. Die alten Notizen waren überflüssig, sie schrieb alles neu, die Finger flogen nur so über die Tasten.Und die Rezensionen später im Jahr erklärten einstimmig: Der neue Krimi von Annabell Farell war unglaublich authentisch ...

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