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Kinder und die Sicherheit im Internet

https://wortparade.de/sites/default/files/pictures/die-zielgruppe-der-heute-unter-20-jaehrigen-braucht-spezielle-ansprache-in-der-werbung.jpg(c) Rainer Sturm/Pixelio.deAuch, wenn Facebook für Jugendliche zunehmend an Attraktivität verliert, sind immer noch genug von ihnen dort unterwegs - und das oft bereits lange vor dem 'offiziellen' Einstiegsalter von 13 Jahren.Wie aber geht man als Eltern mit diesem Wunsch um? Vor allem, wenn man selbst nicht gerade Internet-affin ist, ein Handy nur für den Notfall braucht, und bestens klarkommt, ohne den Unterschied zwischen Handy, Smartphone, Tablet, Pod und Pad zu kennen?

Wie begleiten Sie Ihre Kinder in der Welt von Smartphone, Tablet und WhatsApp?

Meine Kinder sind 12 und 10 Jahre alt, also genau in der Zielgruppe, die sich zunehmend für soziale Kontakte über elektronische Medien interessiert.Da ich selbst - beruflich und privat - begeisterter Internetnutzer bin, sind wir alle Schritte von Anfang an gemeinsam gegangen. Über Entwicklungen, die ich so noch nicht kannte, habe ich mich umfassend informiert, damit ich fundierte Entscheidungen treffen konnte.

Tipp 1: Involvieren - so begleiten Sie Ihre Kinder auf Facebook

Bei uns sieht es so aus: Meine Kinder haben jeweils ein eigenes Facebook-Konto, denn das war nach unserem Umzug aus Amerika der beste Weg, um mit Freunden dort Kontakt zu halten.Voraussetzung: Ich habe die Konten eingerichtet, ich kenne die Passwörter, und meine Kinder wissen, dass ich in unregelmäßigen Abständen einmal reinschaue. Ebenso wissen sie, dass sie keine Statusbeiträge vor mir 'verstecken' oder mich blocken dürfen.Weiterhin habe ich die Sicherheitseinstellungen durchgeführt, so dass meine Kinder Profile haben, die nur ihre Freunde sehen können - und nicht deren Freunde oder gar die Öffentlichkeit.Zu guter Letzt wissen beide Kinder, dass sie mich fragen, bevor sie Freundesanfragen annehmen und Fotos posten. Mit zunehmendem Alter haben wir auch ausführlich über Plagiarismus und das Teilen von Beiträgen, Fotos, Filmen etc. gesprochen.Dieser Weg ist sicherlich sehr empfehlenswert. Weil ich selbst auf Facebook bin und auf dem Laufenden bleibe, was Neuerungen und Gesetze betrifft, nehmen mich die Kinder auch ernst.Was aber, wenn Sie einfach kein Fan von Facebook sind und sich gar nicht auskennen? Zuerst einmal können Sie sich informieren, was Facebook eigentlich ist. Entweder über Freunde, die selbst ein Facebook-Account haben, oder über informative Seiten wie die von chip.de. Auch dort lesen und lernen Sie sehr schnell, dass Facebook immer wieder mit den Datenschutz-Richtlinien in Konflikt kommt und es daher sehr wichtig ist, was Sie dort teilen.

Tipp 2: Informieren - das müssen Sie wissen, wenn Ihre Kinder auf Facebook sind.

Auch die besten Sicherheitseinstellungen bieten keinen 100 %igen Schutz. Facebook 'liest mit', die Daten werden gespeichert und zu einem lückenlosen Puzzle über den Anwender zusammengesetzt. Das erkennt man daran, dass nach und nach die Werbeanzeigen immer präziser auf den eigenen Geschmack zugeschnitten werden.Ebenfalls sehr wichtig: Einträge, Fotos und Videos verjähren nicht. Einmal im Netz - immer im Netz. Allein schon deshalb, weil sich jeder, der Zugriff auf das Profil hat, (also die 'Freunde'), alles herunterladen und speichern kann. Oder weitergeben. Ihre Kinder sollten also nur das schreiben und nur die Beiträge einstellen, die ihnen niemals peinlich sein werden. Nicht jetzt, nicht in zwei Jahren, nicht bei einer Bewerbung oder dem späteren Partner gegenüber. Das klingt jetzt dramatisch, aber das Netz vergisst nie.Und: immer mehr Unternehmen haben in der Personalabteilung Mitarbeiter, die ganz gezielt die Bewerber hinterfragen - und zwar im Netz. Da wundern sich manche, was eine einfache Google-Suche ans Tageslicht befördert. Und wenn das Facebook-Profil öffentlich ist und man als Schüler gerne Beiträge schreibt, wie: "Heute mal blaugemacht. Jetzt sitze ich gemütlich vor dem Fernseher, kein Bock auf Schule." - na, dann hat der zukünftige Arbeitgeber ein Bild, das man ihm so sicherlich nicht zeigen wollte.A propos Bild: Gerade für Schnappschüsse von sich selbst mit der Handykamera (die sogenannten Selfies), sollten sehr strenge Regeln gelten. Es ist unglaublich, welche Fotos - gerade von Mädchen - sich in öffentlichen Profilen finden. Klären Sie Ihre Kinder unbedingt darüber auf, welche Posen, Gesichtsausdrücke und vor allem Bekleidungszustände okay sind und welche nicht. Ebenso gilt das für Fotos, auf denen Ihr Kind mit mehreren Freunden oder Freundinnen zu sehen ist - diese Fotos darf es nicht einstellen, bevor es die anderen Personen um Erlaubnis gefragt hat.Welche Sicherheitseinstellungen für ein Facebookprofil eingestellt sein sollten, finden Sie unter den weiterführenden Links.

Tipp 3: Interessieren - Was macht Ihr Kind mit seinem Smartphone?

Wesentlich belieber als Facebook ist aber die App (kleines herunterladbares Programm für Smartphones, also internetfähige Handys) WhatsApp. Über diese Anwendung können Nachrichten verschickt werden, und zwar kostenlos, unabhängig von den Gebühren des Anbieters. Das heißt, selbst wenn Ihr Kind eine Guthabenkarte hat, kann es unbegrenzt über WhatsApp kommunizieren. Ebenso kann man über WhatsApp Bilder, Videos und Sprachnachrichten verschicken.Über die Gruppenfunktion kann man mit einem Klick die gesamte Gruppe anwählen und Nachrichten teilen.Bei den Jugendlichen ist das meistens nur ein harmloser Austausch über Schule, Fernsehsendungen oder Hausaufgaben. Aber es gibt auch Fälle, in denen die Kommunikation voll aus dem Ruder läuft: Eine Person wird über diesen Kanal gezielt gemobbt, es werden Drohungen oder gruselige Kettenbriefe verschickt oder auch hier wieder Fotos geteilt, die durch unüberlegtes oder gezieltes Weiterleiten auf einmal jeder zu sehen bekommt.Ein übles Phänomen hier ist das Sexting (Mischung aus 'Sex' und 'Texting'). Hier machen Jugendliche, überwiegend Mädchen, aufreizende Fotos von sich, bis hin zu kompletten Nacktfotos. Dieses Foto schicken sie dann ihrem Freund, der sie um dieses Foto gebeten hat. Die Begründung? Er fordert einen 'Liebesbeweis', er will 'mehr sehen', er 'liebt jeden Zentimeter' an dem Mädchen. Und dann teilt der Junge das Foto mit seinen Freunden, von denen wiederum jeder es mit einer Handvoll Freunde teilt - im Schneeballsystem ist schnell eine halbe Kleinstadt informiert, wie das Mädchen nackt aussieht.Mittlerweile gibt es die ersten Fälle von Jugendlichen, die sich umgebracht haben, nachdem so ein Foto in die falschen Hände gelangt ist.Auch die Schulen werden nun verstärkt aufmerksam und halten Elterninformationsabende ab, an denen auf die Gefahren von Sexting aufmerksam gemacht wird. Erschreckend dabei ist oft, wie wenig sich die Eltern überhaupt damit auskennen, was ihre Kinder mit Smartphones anstellen und welche Gefahren damit verbunden sind. Da wird die Frage gestellt, warum denn dem Jungen nicht einfach das Handy weggenommen und das Bild gelöscht wurde - von der Geschwindigkeit, in der ein Foto Tausende von Menschen erreichen kann, hatte die Mutter keine Vorstellung.

Tipp 4: Insistieren - bestehen Sie auf einem verantwortungsvollem Umgang mit Facebook und what'sApp

Es bringt nichts, Facebook und WhatsApp zu verteufeln oder komplett zu verbieten. Der einzige Weg ist es, Kinder und Jugendliche zum verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medien zu erziehen und ihnen immer wieder klar zu machen, welche Gefahren es gibt, wie man sich bestmöglich schützen kann, und vor allem, welche Konsequenzen eine unbedachte Handlung haben kann. Denn kein Dreizehnjähriger, der ein Foto weiterleitet, macht sich klar, dass er damit vielleicht bald ein Menschenleben auf dem Gewissen haben kann. Bleiben Sie aufmerksam und auf dem Laufenden, was sich ändert und was die neuen Trends sind. Und bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch.
WortParade Dorothee Bluhm
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