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Wie halte ich eine gute Rede?

"Guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte Sie zur heutigen Betriebsversammlung herzlich begrüßen. Ganz besonders herzlich begrüße ich unseren stellvertretenden Geschäftsführer, Herrn ..."Wenn eine Rede so beginnt, richten sich die Zuhörer innerlich schon auf eine sehr lange und sehr langweilige Zeit ein. Sind diese Worte auch noch stockend vorgetragen und ohne Blickkontakt zum Publikum abgelesen, verheißt das nichts Gutes. Wie aber ziehen Sie die Zuhörer in den Bann? Müssen Sie ein 'begnadeter Redner' sein, oder gibt es Tipps, um eine gute Rede zu halten?Keine Bange - diese Tipps gibt es, und die bekommen Sie hier bei mir.Anlässe für eine Rede gibt es viele: Eine Geschäftseröffnung, die Betriebsversammlung, Vorstellung eines neuen Produkts oder auch im privaten Kreis der runde Geburtstag, die Hochzeit oder Taufe.Bei der Vorstellung, vor erwartungsvollen Gesichtern eine Rede zu halten, bricht bei vielen Menschen sofort der kalte Schweiß aus. Und auch Sie haben vielleicht schon mal eine kurze Ansprache oder gar längere Rede gehört, bei der sich der Vortragende nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Solche Erfahrungen führen dazu, dass man sich selbst umso kritischer beobachtet, denn das Publikum soll sich auf keinen Fall langweilen.Wie also halten Sie eine gute Rede?Gute Tipps für eine gute RedeGanz wichtig: Bleiben Sie entspannt und trotzdem konzentriert. Atmen Sie tief in den Bauch, halten Sie sich gerade, aber nicht stocksteif, lassen Sie die Hände locker in Hüfthöhe, damit Sie jederzeit eine unterstreichende Geste machen können. Und vermeiden Sie äußere Zeichen von Nervosität wie Zupfen an der Kleidung, Klicken mit dem Kugelschreiber, Fußwippen oder Aus- und Einklappen des Brillenbügels. Holen Sie noch einmal tief Luft, öffnen Sie die Augen, lächeln Sie ins Publikum, und dann ...

Tipp 1: Beginnen Sie mit einem Feuerwerk.

Vergessen Sie die gewohnten Begrüßungen oder den Grund der Versammlung, denn den kennt jeder. Wenn Sie Honoratioren zu Gast haben, bauen Sie deren Erwähnung ein paar Sätze später ein oder danken Sie ganz am Ende der wichtigen Person namentlich für die Anwesenheit.Stattdessen beginnen Sie mit etwas, das die Zuhörer aufhorchen lässt, zum Lachen oder Schmunzeln bringt und somit eine Verbindung herstellt. Was kann das sein?Eine gewagte These, die Sie im Folgenden durchleuchten. Ein Zitat, das zum Inhalt passt. Der Bezug zu aktuellem Zeitgeschehen oder eine Anekdote über Ihre Anreise, den bisherigen Tagesverlauf, das Thema generell.Aber Achtung: Brechen Sie nichts über das Knie. Wenn Sie auf Teufel komm' raus ein Zitat in Ihre Zwecke pressen, eine Anekdote erfinden oder - bloß nicht! - einen Witz erzählen, kann das furchtbar nach hinten losgehen. Bleiben Sie sich selbst treu - ohnehin sehr wichtig für eine entspannte Rede.

Tipp 2: Planen Sie Ihre Rede

Das ist besonders wichtig, wenn Sie Ihr Thema in- und auswendig kennen. Denn je tiefer Sie in der Materie stecken, desto schwerer kann es Ihnen fallen, es von außen zu betrachten. Und Sie verlieren sich ganz leicht in detaillierten Schilderungen oder ausschweifenden Beschreibungen, die für Sie völlig verständlich sind - doch Ihr Publikum versteht nur noch Bahnhof.Setzen Sie sich in Ruhe hin und überlegen Sie, welche Kernaussagen Sie vermitteln wollen. Und dann versuchen Sie, diese Aussagen in eigenen Worten so wiederzugeben, dass auch jemand mit nur geringen Kenntnissen alles versteht. Wie heißt es in dem Film Philadelphia immer wieder? "Erklären Sie mir das bitte, als wäre ich vier Jahre alt." Das ist gar kein schlechter Ansatz.

Tipp 3: Interessieren Sie sich für Ihr Publikum

Das Ziel einer guten Rede? Das Publikum mit an Bord zu haben. Eine Sache ist dafür unglaublich wichtig: Augenkontakt. Sie müssen nun natürlich nicht mit jeder einzelnen Person im Saal Blickkontakt aufnehmen. Aber achten Sie darauf, dass Ihr Interesse dem Publikum gilt, schauen Sie einzelne Personen gezielt an und lächeln Sie dabei oder ziehen Sie bei einer Frage die Augenbrauen hoch - die Reaktion wird nicht lang auf sich warten lassen und Sie bekommen ein Lächeln zurück oder ein bestätigendes Nicken bzw. Kopfschütteln, je nachdem, was Ihre Frage implizierte.Diese Kommunikation funktioniert aber nur, wenn Sie den nächsten Tipp beherzigen:

Tipp 4: Weg mit den langen Texten und vollen Folien

Zuhause haben Sie lange an Ihrer Rede gesessen, haben formuliert und gestrichen, neu geschrieben und wunderbare Präsentationsfolien vorbereitet (extra mit verschiedenen Übergängen, auf die Sie besonders stolz sind ...).Am Rednerpult stellen Sie dann fest, dass die wohlformulierten Sätze auf einmal völlig schrecklich klingen und viel zu lang sind. Warum? Weil Sie nun laut ausgesprochen werden. Schriftsprache und gesprochene Sprache unterscheiden sich sehr voneinander und wenn Sie Ihr Publikum mit abgelesenen Sätzen konfrontieren, können Sie zusehen, wie die Aufmerksamkeit abschweift.Was können Sie tun?Ganz einfach: Stichwörter statt ausformulierter Texte. Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Vielleicht haben Sie ja mal den ein oder anderen Spickzettel geschrieben. Und darauf stand sozusagen die Essenz des gelernten (oder zu lernenden ...) Stoffes.Genau so läuft das mit Ihrer Rede: Sie wissen, was Sie sagen wollen, und brauchen nur kleine gedankliche Hilfestellungen, um den roten Faden nicht zu verlieren. Weiterer Pluspunkt von Stichwörtern, die Sie am besten auf Karteikarten notieren: Wenn Sie doch mal ins Schwimmen kommen, müssen Sie sich nicht durch 3 eng beschriebene Seiten kämpfen, um den Anschluss zu finden, sondern schauen schnell die letzten 2-3 Karten durch, bis Sie Ihr Stichwort wiederfinden.Wozu Folien und Handouts?Ganz klar gesagt: Folien und auch Handouts sollen Ihre Rede einfach nur unterstützen. Wenn Sie so viele Informationen hier untergebracht haben, dass eine Slideshow Sie komplett ersetzen kann, ist es deutlich zu viel. Außerdem wird die Aufmerksamkeit des Publikums sofort von Ihrer Rede ab- und auf die Folien gelenkt. Da jeder ein unterschiedliches Lesetempo hat, können Sie davon ausgehen, dass sehr viel von Ihrer Rede nun gar nicht mehr ankommt. Also auch hier gilt: Folien sollen gezielte Akzente setzen, nicht die komplette Rede an die Wand beamen.

Tipp 5: Werden Sie emotional

Keine Angst, Sie sollen nicht in Tränen ausbrechen. Aber ich habe es schon weiter oben erwähnt: Eine emotionale Bindung zum Publikum ist das A und O. Die Quintessenz lautet: Beziehung statt Belehrung.Stellen Sie rhetorische Fragen wie zum Beispiel: "Geht es Ihnen nicht auch manchmal so, dass ..?" oder "Vielleicht kennen Sie folgende Situation: ..."Das fühlt garantiert zu dem ein oder anderen Nicken im Publikum und zum Gefühl, verstanden zu werden.Geht es um eher unangenehme Ankündigungen, wie es oft bei Betriebsversammlungen ist, scheuen Sie sich nicht, Wahrheiten und Unbequemes auszusprechen. Wer sich hinter schwammigen Formulierungen versteckt, macht sich nicht nur unglaubwürdig, sondern zieht auch den Zorn der Zuhörer auf sich, die sich verschaukelt fühlen. Direkt damit zusammen hängt der letzte Tipp:

Tipp 6: Keine Schaumschlägerei

Vermeiden Sie Floskeln, abstrakte Wörter und Bandwurmsätze. Ebenfalls wirken Substantivierungen sehr kühl und distanziert. Sprechen Sie aktiv und bleiben Sie Mensch - keine Textmaschine. Ein Beispiel?"Die letztjährigen notwendigen Rationalisierungen, die durch Änderungen in der Gesetzgebung der Regierung  ausgelöst wurden, führten zu einer massiven Anpassung des Sozialplanes, die in unvorhergesehenen Entlassungen resultieren werden." Aha. Alles klar? Eher nicht. Wie wäre es stattdessen so:"Letztes Jahr gab es neue Regierungsgesetze, durch die wir gezwungen wurden, zu rationalisieren. Davon wurde unser Sozialplan massiv betroffen, so dass wir in einigen Bereichen Mitarbeiter entlassen werden müssen."Das ändert nichts am schlimmen Inhalt, aber die Betroffenen wissen direkt, worum es geht und fühlen sich nicht zu allem Überfluss noch hintergangen.Fazit: Eine gute Rede zu halten, ist kein Hexenwerk. Natürlich gibt es Menschen, denen es rein gar nichts ausmacht, vor Publikum zu sprechen. Aber auch Lampenfieber ist völlig normal und macht sympathisch. Ein Versprecher oder kurzes Verzetteln sind kein Weltuntergang, sondern menschlich. Erzählen Sie Ihren Zuhörern einfach eine spannende Geschichte - und wenn Sie dann noch die Tipps befolgen, wird es ganz sicher ein Erfolg. 
WortParade Dorothee Bluhm
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